#KulturellOpJöck auf den Spuren der Stolpersteine
Am 03. Juni 2025 stand ein ganz besonderer Ausflug für unsere Forscher an, denn wir haben zwei weitere Kitas im Rahmen des OpJöck Projektes dazu eingeladen uns zu begleiten. Im Rahmen unseres großen Stolpersteine Projektes haben wir uns nämlich auf die Spuren der Stolpersteine in unserem Sozialraum begeben.
Drei Kitas: das heißt über 30 Kinder und 6 pädagogische Fachkräfte machen zusammen einen Ausflug. Möglich ist dies durch die Zusammenarbeit in unserer Region und dank des #ZusammenOpJöck Projektes.
Am 03. Juni war es soweit und es ging früh morgens los. Zusammen mit den FRÖBEL Kindergärten Ecke Overbeck und Krähennest haben wir uns vor dem EIngang des Melaten Friedhofs mitten in Köln getroffen. Das besondere: Melaten gilt als einer der schönsten Friedhöfe Europaweit und ist über 60 Fußballfelder groß. Er beherbergt 55.000 Gräber und ist 215 Jahre alt. Für die Kinder also verständlicherweise ziemlich spannend und aufregend.
Nachdem alle angekommen sind haben wir uns zunächst auf einer Wiese in der Nähe des Eingangs getroffen und besprochen wie unser Tag geplant ist und was jetzt hier auf dem Friedhof ansteht. Dafür haben die Erzieherinnen der Ecke Overbeck und des Krähennests von uns Informationen rund um den Friedhof erhalten, sodass wir innerhalb der Kitas einmal in Ruhe über alles sprechen konnten. Durch die kleineren Gruppen hatte jedes Kind die Möglichkeit zu Wort zu kommen wenn es das wollte und konnte von seinen Erfahrungen berichten. Dabei haben sie erzählt, dass sie teilweise schon einmal auf einem Friedhof waren, manche sogar auf Melaten.
Anschließend ging es dann auf Erkundungstour. Mit Hilfe von Bildkarten die vorbereitet wurden konnten sich die Kinder auf die Suche nach besonderen Gräbern machen und wir haben einiges entdeckt. Hierbei haben die Kinder stets den Weg angegeben und uns einmal quer über den Friedhof geführt. Entdeckt haben wir unteranderem Gräber von bekannten Persönlichkeiten wie Millowitsch, sowie Denkmäler für Verstorbene und besonders gestaltete Dekorationen.
Hier sind die Kinder den Fragen nach gegangen: Was ist der Friedhof für ein Ort? Was steht auf Grabsteinen? Was kann man auf den Gräbern entdecken? Wie verhält man sich auf einem Friedhof? Wer war schon mal auf einem Friedhof? Wie fühlst du dich bei dem Besuch eines Friedhofs? Durch das gemeinsame Erkunden und beantworten der Fragen haben die Kinder ihre Sach- (Was ist der Friedhof für ein Ort)?, Ich- (Wie fühle ich mich hier?), Sozial- (Welche Regeln beachte ich auf einem Friedhof?) und auch lernmethodische (Wie kann ich rausfinden, was auf Grabsteinen steht) Kompetenzen erweitert.
Nach dem Melatenfriedhof ging es dann weiter. Gemeinsam sind wir alle mit der Straßenbahn zum nahegelegenen Stadion des 1. FC Kölns gefahren und von dort zum Denkmal des Deportationslagers Köln Müngersdorf gelaufen. Denn dort war unser Platz für den restlichen Tag.
Am Denkmal angekommen war es zunächst einmal Zeit für eine Stärkung, denn es war viel Ausdauer gefragt um den Weg zu schaffen. Zum Glück wurden wir jedoch von den Köchen unserer Einrichtungen mit passenden Lunchpaketen für den Tag versorgt um gemeinsam Picknicken zu können. Nach dem Mittagessen war dann Zeit für ein wenig Freispiel in der Natur, bevor es mit dem Programm weiter ging.
Zunächst haben wir ein wenig über die Geschichte des Denkmals gelernt. Die folgenden Infos stammen aus dem Netz und wurden zuvor recherchiert:
Das Deportationslager Köln Müngersdorf war ein von Oktober 1941 bis März 1945 im Bereich des heutigen Walter-Binder-Weges gelegenes Sammellager, in dem Juden aus Köln und Umgebung gesammelt und von dort mit Zügen fortgebracht wurden. Es umfasste zwei Lagerbereiche, erstens das ehemalige Fort V (äußerer Festungsring) und zweitens ein etwa 250 m entfernt gelegenes Barackenlager. 1943 und 1944 diente das Lager auch der Unterbringung von ausländischen Zwangsarbeitern und ab Oktober 1944 als sogenanntes Arbeitserziehungslager. Insgesamt wurden nach Schätzungen etwa 3.500 Menschen aus dem Lager deportiert.
Am historischen Ort wurde 2020 der Gedenkort Deportationslager Köln-Müngersdorf errichtet. Im Mittelpunkt des Gedenkorts steht die Skulptur „Wall“ nach Plänen von Simon Ungers (1957–2006). Außerdem geben drei Informationstafeln Auskunft über die Geschichte des Lagers, die durch den 280 m langen Weg des Gedenkens miteinander verbunden sind. (weitere Infos NS-Dokumentationszentrum Köln - Gedenkort Deportationslager Müngersdorf )
Die Informationstafeln haben wir uns gemeinsam angesehen und sind dem Weg des Gedenkens gefolgt. Dabei haben wir darüber gesprochen wie lange die Geschehnissen bereits her sind und was mit den Menschen passiert ist. Das Thema wurde auf kindgerechte Art und Weise aufgegriffen, sodass die Kinder verstehen um was für einen Ort es sich handelt und weshalb wir dort waren. Vor allem in Anbetracht dessen, dass sie dort keine Stolpersteine an sich finden konnten.
Da wir uns an einem großen Denkmal befanden und zuvor auf dem Friedhof bemerkt haben, dass die Menschen immer wieder kleine Geschenke, Blumen oder Gestecke in Erinnerung an ihre liebsten hinterlassen, haben auch wir etwas vorbereitet. Mit Hilfe von zuvor gesammelten Naturmaterialien wie Stöcken, Blättern, Blumen usw., Kordel und bunten Bändern haben wir unsere eigenen kleinen Erinnerungsgeschenke gebunden. Diese haben wir anschließend alle beim Denkmal abgelet, sodass auch Leute, die vorbei kommen sie sehen und hoffentlich auf das Denkmal und seine Geschichte aufmerksam werden.
Nach der Bastelaktion konnten die Kinder dann entweder ins Freispiel gehen oder sie hatten die Möglichkeit ein Naturbingo zu spielen, welches wir zuvor ebenfalls vorbereitet hatten. Dafür konnten sie dann erneut Naturmaterialien sammeln um zu schauen, ob sie es schaffen ihre Bingokarten zu vervollständigen.
Am späten Nachmittag ging es für alle zurück in ihre Kitas. Erschöpft aber mit vielen neuen Eindrücken vermerken wir alle den Tag als vollen Erfolg und freuen uns über die neuen Kontakte, die geknüpft werden konnten.